Alkoholtherapie

Warum die klassische Alkoholtherapie nicht funktioniert

Neue Wege in der Alkoholtherapie für Betroffene und Angehörige mit einem Alkoholproblem.

Es ist immer noch die verbreitete Lehrmeinung, dass eine Rückbildung der Alkoholabhängigkeit für Betroffene nicht mehr möglich ist: „Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker!“ Und so ist es auch noch immer im therapeutischen Angebot der Alkoholtherapie, die strikte Abstinenz vorauszusetzen. Abgestimmt ist dieses von den Kassen finanziertes Suchthilfeangebot allerdings nur auf schwerstabhängige Alkoholiker, also ca, 2 Millionen Betroffene in Deutschland. Es spielt auch keine Rolle, ob man in eine herkömmliche Suchtklinik oder in eine teure Privatklinik geht, die Vorgehensweise ist fast immer identisch: Beschäftigungstherapie, tägliche Gruppentherapie, nur einmal wöchentlich ein Gespräch mit dem Psychologen und nach der Therapie ist man wieder auf sich allein gestellt. Also wen wundert es, dass auch die Resultate die gleichen sind: Rückfallquoten bis weit über 90%.

Und was machen Betroffene, die unter ihrem Alkoholproblem leiden aber nicht abhängig oder alkoholkrank sind?

Demgegenüber stehen aber ca. 12 Millionen Menschen, die zwar ein Alkoholproblem haben, regelmäßig zu viel konsumieren und wodurch auch soziale Probleme entstanden sind wie Beziehungsstress, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz. Diese Betroffene sind aber nicht alkoholkrank oder als Schwerstabhängig zu kennzeichnen. Sie selbst und auch ihr soziales Umfeld leiden dennoch unter diesem Alkoholproblem. Doch wo sollen sie Hilfe erhalten, wenn es nur Hilfsangebote für Alkoholkranke gibt.

Scheinbar müssen diese Betroffenen nur lange genug warten, bis das Alkoholproblem sich zu einer Alkoholkrankheit entwickelt damit sie endlich im Suchthilfesystem unterkommen und Unterstützung erhalten.

Wir denken, um dem Alkoholproblem ein Ende zu bereiten muss der Betroffene weder zwangsläufig abstinent leben, noch braucht er sich die Abstinenz überhaupt zum Ziel setzen. Dieser Personenkreis wünscht sich wieder ins moderate Trinken zurückkommen zu können. Das ist in diesem Frühstadium durch eine gezielte und kurze Alkoholtherapie auch absolut möglich. Wir denken, dass es für viele eine tatsächliche Heilung auch in Gegenwart von Alkohol möglich ist, wenn nach wie vor alkoholische Getränke in adäquater Weise getrunken werden dürfen. Hierzu bedarf es weder manipulative Techniken noch Produkte der Pharmaindustrie. Sondern es bedarf eher einer leicht anwendbaren Methode, welche sich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Betroffenen orientiert.

Bei Menschen mit einem Alkoholproblem kann somit der dumme Spruch: „Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker!“ nicht greifen, denn sie sind ja noch keine Alkoholiker. Somit müsste es für dieses Klientel eine Alkoholtherapie geben, die nicht die Abstinenz als alleiniges Ziel hat. Ebenfalls müsste die Vorgehensweise und Methode dieser „Alkoholtherapie für Menschen mit einem Alkoholproblem“ eine andere sein als für Alkoholabhängige.

Doch viele Betroffene wagen sich nicht in die Alkoholtherapie, weil sie wissen, dass mit dem Abstinenzzwang der endgültige Abschied vom Alkohol unumgänglich ist. Die Vorstellung nie wieder etwas trinken zu dürfen löst meistens eine wahnsinnige Angst und Wehmut beim Betroffenen aus und sie würden sonst was dafür geben, wenn sie die tröstende Aussicht hätten, wenigstens hin und wieder noch Alkohol in adäquater Menge trinken zu dürfen. Es fehlt die Alternative.

Die Lösung des Alkoholproblems – eine vielsprechende Alkoholtherapie für Nichtabhängige.

Bei dieser Personengruppe sind keine 3 bis 3 Monate Therapie notwendig, sondern es reichen wenige Tage intensive Therapie völlig aus um den Heilungsprozess in Gang zu bringen. Diese alternative und moderne Alkoholtherapie für Betroffene mit einem Alkoholproblem, ist losgelöst von veralteten Sichtweisen, Definitionen und Voraussetzungen. Es ist eine effektive Alkoholtherapie, die schnell greift, erfolgreich ins „normale“ Trinken zurückführt und das Leben des Betroffenen und Co- Betroffenen wieder in die Normalität führt.

  1. Lebenspartner/naher Verwandter wird in die Alkoholtherapie mit integriert.

Es gibt eine Komponente, die einerseits am stärksten mit dem Betroffenen wechselwirkt und zum anderen sogar „direkten Zugriff“ im therapeutischen Sinne ermöglicht: Der Lebenspartner des Betroffenen

Meistens ist der Lebenspartner nicht nur eine wichtige Informationsquelle für den Therapeuten, sondern ist dieser in der Regel von der Erkrankung mit betroffen bzw. „co-abhängig“, so dass es nicht nur sinnvoll, sondern auch durchaus erforderlich ist, diesen in die therapeutische Intervention direkt einzubeziehen. Lebenspartner leiden mit und verzögern oder beschleunigen Veränderungs- und Heilungsprozesse. Sie eskalieren oder deeskalieren, motivieren oder demotivieren, manipulieren oder intervenieren meist ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.

Der Abgleich von Eigen- und Fremdwahrnehmung im Kontext des Trinkverhaltens – Zielt auf das Problem ab, dass die Modalitäten des eigenen Trinkverhaltens dem Betroffenen oft nicht genug bewusst sind, d.h. bestimmte „Trink-Auslöser“, tatsächlich konsumierte Mengen, die dabei vorherrschenden Stimmungen und soziale Verstrickungen aller Art nehmen die „Co-Betroffenen“ ganz anders, oft sogar deutlicher wahr als der Betroffene selber. Es ergibt sich in der gemeinsamen Sitzung für den Therapeuten ein bei weitem objektiveres und vollständigeres Bild als dies ohne den Lebenspartner möglich wäre.

Beziehungsdynamik in der Krise – Einflüsse auf das Trinkverhalten? – In den meisten Fällen ist der Partner am Trinkverhalten des Betroffenen (insbesondere in Paar- bzw. Ehekrisen) indirekt mitbeteiligt. Diese Abhängigkeiten und Wirkmechanismen im vorliegenden Paarsystem gilt es aufzudecken und im Sinne der Reduktion der Trinkauslöser zu verändern oder gänzlich aufzulösen. Dabei spielen „gesunde Abgrenzung“ und Deeskalationsstrategien eine wichtige Rolle.

Unterstützung in der Umsetzung der Interventionen im Alltag – Die Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention lebt immer davon inwieweit diese im Alltag des Klienten umgesetzt werden kann bzw. umgesetzt wird. Oft verblassen Einsichten, Ansichten und Willensbekundungen aus dem Therapieraum schnell in der zu Anfang noch grauen und „problemschweren“ Alltags-Wirklichkeit des Betroffenen. Hier kann der Lebenspartner als wichtiger Assistent des Therapeuten und des Betroffenen fungieren um Erinnerungen an beschlossene Veränderungen lebendig zu halten und an der erfolgreichen Umsetzung mit ungetrübtem Geist und hoher Motivation mitzuwirken.

Erste Hilfe im Falle der Krise oder des „Rückblicks – eröffnet die Möglichkeit des Lebenspartners sofort im Sinne eines „Erste-Hilfe-Koffers“ tätig zu werden. Gemeinsam mit dem Therapeuten wird eine Schrittliste erarbeitet, die der Betroffene und der Lebenspartner im Falle der Krise (Rückfall in altes Trinkverhalten/bzw. „Rückblick“) gemeinsam abarbeiten um sofort gegenzusteuern und die möglichen Folgen abzumildern. Der Betroffene ist oft selber situativ bedingt nicht (oder nicht mehr) dazu in der Lage, da Alkohol die kognitiven Fähigkeiten temporär stark einschränkt. Hier kann der Lebenspartner entsprechend aktiv werden und ist damit somit zudem nicht seiner eigenen Ohnmacht gegenüber der Erkrankung des Partners ausgeliefert.

Einbeziehung der Bedürfnisse des Co-Abhängigen, „Co-Heilung“ – Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Intensivtherapie ist die Einbeziehung es jeweiligen Lebenspartners oder einer engen Bezugsperson (z.B. Familienangehöriger, bester Freund/in) in die Therapie. Dieser Punkt berührt daher die Vulnerabilität (Verwundbarkeit oder Verletzbarkeit) und seelische Verfassung des durch das Alkoholproblem des Betroffenen psychisch mitleidenden Lebenspartners. Es werden Ideen und Strategien erarbeitet, die den „Co-Betroffenen“ emotional schützen, abgrenzen und entlasten. Externe Hilfesysteme können dabei aktiviert werden. Auch ist es möglich Interventionen festzulegen oder durchzuführen, die ausschließlich der seelischen Genesung des Co-Betroffenen dienen, wie z.B. auch Einzelsitzungen. Oftmals sind Trinkauslöser und/oder Beziehungskonflikte für den Betroffenen bzw. dem Lebenspartner auch über die Beziehungsdynamik gegeben, so dass gemeinsam erarbeitet werden kann, wie alte Muster durchbrochen werden können und die erforderliche Entlastung, insbesondere auch für den Lebenspartner oder nahen Angehörigen, geschaffen werden kann. Die Mitwirkung der Lebenspartner bzw. enger Bezugspersonen hilft zudem ungemein die Erfolge und die Zuversicht aus dem Therapieraum tatsächlich erfolgreich in den Alltag zu tragen.

  1. Lösungen orientieren sich an den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Betroffenen und dessen Angehörigen

Das individuelle „Wie“ zur Lösung des Alkoholproblems wird aufgezeigt und erarbeitet.

Individualität in der Lösung ist gefragt – Zum Ablauf der Therapie gehört auch eine vollständige Analyse der Trink-Biographie und des bisherigen Trinkverhaltens, sowie dessen soziale Verstrickungen. Unter anderem wird erfasst, welche Anstrengungen zu Lösung des Problems bereits unternommen wurden und woran diese gescheitert sind. Zudem wird versucht alle möglichen Trinkursachen und Wechselwirkungen zu offenbaren und festzuhalten. Sämtliche nützliche Ressourcen des Betroffenen (Fähigkeiten, Eigenschaften, Möglichkeiten) werden erfasst und dessen Einsetzbarkeit zur Schwächung der Trinkursachen geprüft. Gescheiterte Versuche der Vergangenheit werden neu bewertet und dadurch relativiert, dass man mit dem Betroffenen deren Schwachstellen durchspricht und aufklärt, warum diese offenbar scheitern mussten. Alternative Methoden und Modelle werden mit dem Klienten im Detail durchgesprochen.

Daraufhin befasst man sich dann intensiv mit der Erarbeitung individueller Lösungs- und Verhaltensstrategien für den Betroffenen und seinen Lebenspartner, der Erarbeitung eines „Notfallkoffers“ sowie der detaillierten Durchsprache sämtlicher zu erwartenden Komplikationen. Auch philosophische, visionäre Lebensfragen werden individuell erarbeitet. Wer oder was bin ich heute, wer oder was will ich morgen sein? Welche Ziele habe ich im Leben noch, welche Wünsche will ich mir erfüllen? Was gewinne ich, wenn ich mein Alkoholproblem überwunden habe? Was verliere ich dadurch vielleicht auch? Die konstruktivistische Perspektive ist für den Betroffenen essentiell: Ein altes Lebensmodell soll durch ein komplett neues abgelöst werden. Eine neue Lebensvision wird kreiert auf der Grundlage der an den Tagen zuvor geschaffenen Fundamente.

Das Vorgehen ist lösungs- und ressourcenorientiert. Dies bedeutet, dass in der Regel schnell nach effektiven Lösungen im System der Klienten gesucht wird, statt der Problementstehung allzu viel Aufmerksamkeit zu widmen. Bei der Lösungssuche wird versucht alle Fähigkeiten und Möglichkeiten (=Ressourcen) der Klienten zu nutzen, insbesondere solche, die diesen zuvor gar nicht bewusst waren. Ferner wird mit den Klienten über konstruktivistische Ansätze eine realistische Vision für ein lebenswerteres Leben „für die Zeit danach“ entwickelt.

Individualität bei möglichen Komplikationen ist gefragt – In der Therapie mit dem Betroffenen und seinen Lebenspartner ergeben sich häufig bzw. fast immer 3 typische Komplikationen, auf die man immer eingehen sollte und für die sich mindestens eine spätere Nachbetreuungssitzung anzuberaumen lohnt:

  • Das Folgevakuum der weichenden Alkoholsucht – Wie zuvor angedeutet wird mit dem eingeleiteten Wandel des Trinkverhaltens ein altes Lebensmodell durch ein anderes ersetzt. Nicht mehr der zuvor allmächtige Alkohol steht im Zentrum des Lebens, sondern ganz andere Aufgaben und Themen, die entweder noch überhaupt nicht feststehen, oder Fähigkeiten erfordern, die in den „Trümmern der Sucht“ verschüttet wurden und lang verloren geglaubt waren. Alkohol besetzte viel Raum im Leben des Betroffenen. Wenn der Alkohol geht, entsteht zunächst ein riesiges „Folgevakuum“. Damit dieses Vakuum nicht Depressionen, soziale Isolation oder Angstzustände verursacht, die wiederum in die Alkoholsucht oder eine andere Sucht zurückführen, muss dieses nachhaltig gefüllt werden. Dem persönlichen Lebenssinn muss immer wieder, auch in etwaigen Nachbetreuungs-Sitzungen, große Aufmerksamkeit geschenkt werden.
  • Die Revitalisierung des Betroffenen – Genauso muss berücksichtigt werden, dass das „geeignete“ Füllen des Vakuums beim Klienten möglicherweise Kräfte und Ressourcen freisetzt, welche Jahre- oder sogar Jahrzehntelang „auf Eis“ lagen. Diese verursachen einen gewaltigen Veränderungsdruck im umgebenden System, der nicht nur erwünschte, sondern möglicherweise auch unerwünschte Auswirkungen hat. Zum Beispiel ist es nicht selten, dass bei betroffenen Männern, die jahrelang verloren geglaubte Potenz oder das jahrelange sexuelle Desinteresse plötzlich wiedererweckt werden. Dies muss bei der Lebenspartnerin, die sich mit der Situation auf die eine oder andere Weise über die Jahre arrangiert hat, nicht notwendigerweise sofort auf Gegenliebe stoßen. Diese im Zusammenhang der sich zurückbildenden Abhängigkeit zu erwartenden Effekte würden wir unter dem Oberbegriff der „Revitalisierung“ zusammenfassen.
  • Der zu erwartende „Rückfall“ – Eine weitere Komplikation ist der zu erwartende Rückfall, den wir innerhalb des Therapie-Konzeptes aber als „Rückblick“ bezeichnen. Das System des Betroffenen muss auf ihn vorbereitet sein, ja sogar damit rechnen um dann in geeigneter Weise zu reagieren. Panik oder unangemessener psychischer Druck durch das Umfeld sind hier nicht angebracht. Vielmehr sollte die Situation schnell und mit gebotenem Ernst offenbart und möglichst mit dem Therapeuten besprochen werden. Ein einzelner „Rückblick“ gefährdet noch nicht notwendigerweise den Erfolg der Therapie, sondern kann sogar als Indikator für deren erfolgreichen Verlauf angesehen werden. Wichtig ist, dass die in der Therapie erarbeiteten Lösungswege schon am nächsten Tag quasi „unbeirrt“ wieder fortgesetzt wird.
  1. Individuelle Einzelsetting, niemals Gruppenarbeit!

Herkömmliche Suchtherapie wird häufig im Gruppensetting durchgeführt. Einzelarbeit kommt daher immer zu kurz. Wenn Einzelsitzungen anberaumt sind, dann meistens in größeren zeitlichen Abständen (1-2-mal die Woche) und meistens relativ kurz (1h).

Unsere Kurzzeittherapie hat in der Regel eine Dauer von 5 Tagen, an denen der Betroffene und sein Lebenspartner erst einmal raus aus dem gewohnten Alltag und Umfeld sind und dadurch die Möglichkeit haben, sich auf sich und dem Alkoholproblem zu konzentrieren. Die Tage werden dann variierend mit 4-6 täglichen individuellen Therapiesitzungen verbracht. Dies richtet sich ganz nach den Wünschen und der augenblicklichen Verfassung des Betroffenen. Bei allen Therapiesitzungen ist der Lebenspartner in der Regel zugegen.

Gerade die Alkoholproblematik erfordert beim Betroffenen und seinem Lebenspartner das sofortige Umschwenken auf einen „neuen Kurs“. Kleine, schwache oder schleichende Veränderungen werden meist von dem mächtigen Suchtsystem, in dem allein der Alkohol die Regeln vorzugeben scheint, konterkariert (durchkreuzen). Daher ist es wichtig ein ganzes Bündel physischer und psychischer Intervention in kurzer Zeit nachhaltig in das Leben des Betroffenen zu tragen und gleichzeitig bei ihm den erforderlichen „seelischen Impact“ zu erzeugen, der nötig ist, sich aus der suchtbedingten Ohnmacht heraus eine solch gewaltige Änderung überhaupt zuzutrauen.

So etwas kann nicht gleichermaßen effektiv in einer zeitlich gestreckten Therapie funktionieren (nur eine Einzelsitzung pro Woche), erst recht nicht in Gruppensitzungen.  Praktische Erfahrungen zeigen überdies, dass insbesondere in der Gruppenarbeit die Anspannung nicht abfällt, Ideen und Entwicklungsprozesse nicht stattfinden, wenn nicht sogar in der Gruppendynamik unterbunden werden.

Durch die kurze Dauer von 5 Tagen, werden in kurzer Zeit extrem viele Themen bearbeitet. Den Betroffenen bleibt keine andere Wahl als sich sowohl der Schwere ihres Problems als auch der Attraktivität eines neuen, vom ständigen Trinken befreiten Lebens zu stellen. Das Erleben ist dabei sehr intensiv, die empfundenen Emotionen stark. Gerade bei Vorstufen der Suchterkrankungen ist es wichtig den Wandel schnell und vollständig zu vollziehen. Verschleppt man diese, wie in den herkömmlichen Therapien üblich, über Wochen und Monate, kann die Hürde oft nicht genommen werden. Unsere „Intensiv“-Therapie fokussiert den erforderlichen Willen und die Änderungsbereitschaft auf nur einen kurzen Zeitraum, um die große Hürde zu bewältigen. Daher ist es so wichtig, dass mögliche Störeinflüsse (wie z.B. „Verführer“ zum Trinken, Gruppe) für die Dauer der Therapie eliminiert werden.

Kurzinterventionen in der Alkoholtherapie – Reduktion des Alkoholkonsums statt Abstinenz

Es liegt auf der Hand, dass Betroffene mit einem Alkoholproblem aber nicht alkoholkrank sind, keine Entgiftung und wochenlange Therapie benötigen. Daher sind 5 Tage intensive Einzeltherapie völlig ausreichend. Hier, im frühen Stadium vor der Alkoholkrankheit, belegen internationale Studien, dass gezielte Kurzinterventionen sehr erfolgsversprechend ihre positiven Auswirkungen auf das Trinkverhalten haben. Selbst die vor kurzem erschienene S3-Leitlinien-Alkohol verweist und empfiehlt ausdrücklich diese Vorgehensweise mit Kurzinterventionen in der Alkoholtherapie und belegt die positiven Effekte anhand von gezielten Studien.

Ein schädlicher Konsum beim Einzelnen lässt sich am effektivsten mit einer frühen Intervention verhindern. Für die Personengruppe, die zu dem Zeitpunkt noch nicht abhängig sind, ist der Effekt sogar noch größer.

Zum einem, weil eine Vielzahl derjenigen, die ihr Trinkverhalten so ändern das keine Probleme mehr im Alltag bereitet, sich später freiwillig für die Abstinenz entscheiden. Zum anderen, weil auch eine Reduktion eine messbare Verbesserung bringt.

Abstinenz bedeutet für uns nicht „nie wieder Alkohol“. Sondern ein oder zwei Gläser trinken zu dürfen bei gesellschaftlichen oder geselligen Beisammensein. So wie ein Nichtbetroffener auch.